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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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Frage beantwortete, welche der junge Mann an ſie richtete. Beyde hatten ſich, um das Geheimniß hier zu enthüllen, ſeit der erſten Bekanntſchaft auf dem Faſchingsballe, den Klärchen mit ihrer Muh⸗ me und deren Töchtern beſuchte, ſchon oft zu ſehen Gelegenheit gefunden. Thorwald, der erſt ſeit ei⸗ nigen Monathen ſich in der Stadt niedergelaſſen hatte, war der Univerſitätsfreund des Sohnes ih⸗ rer Muhme, und beſuchte das geſellige Haus der⸗ ſelben nun deſto öfter, da auch Klärchen ſeit jenem Balle an dem Umgange mit ihren jungen Verwand⸗ ten mehr als je Gefallen zu finden ſchien. So hatte ſich ein zärtliches Verſtändniß zwiſchen ihnen ge⸗ bildet, und der liebenswürdige Mann erſt vor we⸗ nigen Tagen, was er ſeit dem erſten Blicke für ſie empfunden, ihr geſtanden. Beyde ſannen, wie Thorwald bey dem Oheim ſich einführen möchte, als ein glücklicher Zufall ihre Abſichten begünſtigte. Der junge Mann hatte Tags vor ſeinem Beſuche Klärchens Oheim in einem öffentlichen Garten vor der Stadt kennen gelernt, und als feiner Schach⸗ ſpieler ſich ihm ſo ſehr empfohlen, daß Reinau ſei⸗ nen gewandten Gegner freundlich zu ſich einlud, mit der, in ſeinem Munde viel bedeutenden, Ver⸗ ſicherung, es ſey ihm lange kein Spieler vorgekom⸗ men, der ihm ſeine Lieblingsunterhaltung ſo an⸗ genehm gemacht habe. Thorwald beſtätigte auch bey dem zweyten Kampfe die gute Meinung, die er von ſich erweckt hatte, obgleich er, die Wahrheit