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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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Verwirrung nicht bemerkte, womit Klärchen die

243 mit ſo viel Lebensjahren mehr, was für ſonderli⸗ ches Unglück würde das machen?

Eine frühe Witwe, antwortete Klärchen. Und Witwenſtand, lieber Oheim, iſt kein Freudenſtand.

Da haſt Du recht. Darin liegt etwas, aber nur etwas.

Kaum hatte der Oheim dieſe Worte geſprochen, als Herr Thorwald gemeldet wurde. Klärchen hör⸗ te den Nahmen mit lebhafter Überraſchung und hatte ſich noch nicht erhohlt, als ein ſchöner jun⸗ ger Mann herein trat, der ſie mit ſichtbarer Ver⸗ wirrung grüßte, und darauf ihrem Oheim ſich nä⸗ herte. Ich danke ihnen, ſprach Herr Reinau nach der freundlichſten Bewillkommung, daß Sie ſo bald Wort gehalten haben. Darauf ſtellte er ſeiner Tochter den jungen Mann vor. Aber ich beſinne mich, Sie waren auf dem letzten Balle, wie Sie mir geſtern erzählten, wahrſcheinlich haſt Du Herrn Thorwald ſchon geſehen, Klärchen.

Ich hatte... die Ehre... antwortete ſie mit unſicherer Stimme, und eine glühende Röthe

bedeckte ihre Wangen.

Schön, alſo ſchon eine Art von alter Bekannt⸗ ſchaft, hob der Oheim wieder an. Nun ich bin Ih⸗ nen geſtern Vergeltung ſchuldig geblieben, Sie ſe⸗ hen mich bereit, ſetzte er hinzu. Ungeduldig, die gewohnte Abendunterhaltung zu beginnen, war er ſo eifrig, das Schachbret zu ordnen, daß er die

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