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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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242 nen, wo aus ſolchen Dingen das wahre Glück, das ſichere häusliche Glück, hervor gegangen wäre. Die meiſten Ehen der Art, die mit Glut und Liebe an⸗ gefangen hatten, endigten mit Kälte und Haß, und gewiß bringt niemand den Konſiſtorien mehr Gerich tsgebühren ein, als der blinde Amor.

Ey, das hätte ich mir nicht träumen laſſen,

ſprach Klärchen lachend, daß Amor und das Kon⸗

ſiſtorium auf einem ſo freundſchaftlichen Fuße ſtän⸗ den!

Wir wollen jetzt nicht ſcherzen, Klärchen. Aber wo der Verſtand gewaͤhlt hat, wo man vor allen Dingen zuerſt fragte: verdient der Mann, ver⸗ dient die Jungfrau Achtung? Hat der Mann Kennt⸗ niß, Fleiß und Mittel zum Fortkommen, die Jung⸗ frau ſtillen frommen Sinn und hausmütterliche Tu⸗ genden? Da, mein liebes Kind, da trennt nur der Tod, aber nie das Gericht, was Gott zuſam⸗ men gefügt hat... Habe ich recht? fuhr der Oheim

fort, als Klärchen gedankenvoll ſchwieg.

Ja, Sie haben recht, erwiederte das Mäd⸗

chen. Aber ſollten denn alle die löblichen Eigen⸗ ſchaften, worauf es bey der Wahl zuerſt ankommen

muß, ſich nicht auch mit dem kleinen Vorzuge von

zwanzig oder fünfzehn Lebensjahren weniger verei⸗ nen laſſen?2

Allerdings möglich; doch wenn wir ſie nun alle im ſchönſten Vereine beyſammen fänden, aber