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Du haſt wohl nie gehoͤrt, daß ich ſcherze in ernſten Dingen, und dazu rechne ich, wenn von Deinem Glücke die Rede iſt.
Ja, theurer Oheim, ich weiß es, antwortete Klärchen, mein Glück war Ihnen ſtets der heilig⸗ ſte Ernſt..
Es könnte alſo doch wohl ernſtlich gemeint ſeyn, erwiederte der Oheim; freundlich ihre Hand faſſend.
Wenn Sie von meinem Glücke reden, ſag⸗ ten Sie, guter Oheim⸗
Und Dein Glück glaubſt Du nicht zu finden an der Seite jenes Mannes?
Ich muß in alle Ihre Lobſprüche einſtimmen, antwortete ſie. Aber gehört denn nicht noch mehr zum Glücke, als Redlichkeit, Verſtand, Fleiß?.. Und was den Reichthum angeht, ſo wird die vaͤ⸗ terliche Güte, die Sie mir ſeit meiner Kindheit er⸗ zeigten, und meine Luſt zur Arbeit—
Nun, Du wirſt nach meinem Tode keine Noth leiden, dafür hat Gott mich geſegnet. Aber darum einem Manne ohne Vermögen Deine Hand zu ge⸗ ben— Nein, mein Kind, das geſchieht nicht mit mei⸗ nem Willen. Sage mir, was iſt mehr nöthig, häusliches Glück zu gründen, als was Du vorhin genannt haſt? Vielleicht Liebe, gleich geſtimmte Herzen, und wie die luftigen Schwärmereyen wei⸗ ter heißen, die Du aus Deinen Romanen mitge⸗ bracht haſt? So weit ich im Leben mich umgeſehen habe, weiß ich unter zehn Ehen nicht eine zu nen⸗ Unterh. Bibl. 3. Jahrg. 6. B.


