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«Lebe wohl, meine theure Freundinn! Zum letzten Mahle rede ich mit Dir dieſe trauliche Spra⸗ che. Lebe wohl! Es wird uns beyden unangenehme Empfindungen erſparen, wenn wir mündlichem Ab⸗ ſchiede ausweichen. Künftig aber, wenn wir ruhi⸗ ger geworden ſind, und uns beyde an das neue Verhältniß gewöhnt haben, das zwiſchen uns ent⸗ ſtehen wird, mögen wir dann immer uns wieder⸗ ſehen und freundſchaftlichen Umgang haben.“
Luiſe hatte den Brief mit der heftigſten Er⸗ ſchütterung geleſen. Die eine der beyden Beylagen enthielt Ambergs unbedingte Einwilligung in die Scheidung von ſeiner Frau, und war ſo abgefaßt, daß auch der Schein eines Vorwurfes, oder irgend einer Unzufriedenheit mit ihrem Betragen vermie⸗ den wurde; die andere war der Entwurf einer Schen⸗ kungsurkunde über das Landgut zu Arnſtein. Ed⸗ ler Mann! ſprach Luiſe endlich, aus ihrem ſtum⸗ men Schmerze ſich erhebend: nein, nein, Du ſollſt Dich nicht in mir geirrt haben.
Jetzt fällt ihr wieder ein, daß Murbach im Beſuchzimmer wartet, und ſie klingelt eben, um ihn zu ſich bitten zu laſſen, als er, der Ungeduldi⸗ ge, ſchon herein tritt. Leſen Sie! ſprach ſie zu ihm, und überreichte ihm die Schriften ihres Mannes.
Murbach durchflog den Brief mit leuchtendem Auge. Dann ſah er Luiſen ſchweigend an. Er glaubte in ihrem Auge zu leſen, was in ihrem
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