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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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überlaſſe, das Landgut, das Dir ſo lieb geworden iſt, ſoll Dich freundlich an die Zeit erinnern, wo es mein Beſtreben und meine Freude war, Dich glücklich zu machen. Beſprich das Weitere mit meinem Rechtsfreunde, den Du kennſt; er iſt ein wackerer Mann, der Deine Sache verſtändig und mit Zartgefühl leiten wird. Er ſoll auch von mir nähere Erklärungen und Weiſungen erhalten, ſo bald Du ihm die erſten Eröffnungen gemacht haben wirſt; denn von Dir muß, um allen Mißdeutun⸗ gen vorzubeugen, die erſte Anregung zu unſerer Trennung ausgehen.“

cUnſerer Trennung! Nein, ich ſollte das ſchmerzliche Wort nicht brauchen. Auch wenn das Band gelöſet iſt, das uns bisher vereint hat, wer⸗ den wir doch verbunden bleiben, wenigſtens magſt Du überzeugt ſeyn, daß Du keinen treuern Freund haſt, als mich, und ich darf hoffen, der Gedanke an mich werde auch Deinem Herzen künftig lieb ſeyn.“

Der Hauptmann Murbach wird, auf meine Einladung, zu derſelben Stunde, wo Du die⸗ ſen Brief erhältſt, Dein Landgut beſuchen. Er mag aus Deinem Munde erfahren, welchen Entſchluß

ich gefaßt habe. Wie aber eure künftige Verbindung

einzuleiten, und was zu beobachten ſey, um alle

nachtheiligen Deuteleyen zu verhüthen, muß ich Oei⸗

nem und ſeinem Zartgefühle überlaſſen.“