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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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als er ſie bis an den Eingang ihres Zimmers ge⸗ führt hatte. Gute Nacht, ſprach er ſanft. Suche Ruhe, und ſey überzeugt, daß mir nichts zu ſchwer iſt, Dich glücklich zu machen⸗

Luiſe fand in Ambergs Worten einen Wink, daß er nicht wünſchte, ſie an dieſem Tage wieder zu ſehen, und ſie vermuthete, er werde ſeinen Ent⸗ ſchluß erwägen wollen. Sie brachte einige Stun⸗ den in ſchmerzlicher Bewegung zu, tief gerührt von der edlen Schonung, welche er ihr bewies, un⸗ geachtet ſie den Vorwurf, ſein Vertrauen gekränkt zu haben, nicht von ſich abzuwälzen vermochte. Welchen Entſchluß konnte er faſſen? Er ſchien auf etwas zu ſinnen. Sie ſollen mehr von mir hören, hatte er zu Murbach geſagt. Was war der Sinn dieſer Worte? In dieſer ängſtlichen Stimmung war ſie, als ihr Mann, gegen neun Uhr, ihr ſa⸗ gen ließ, eine wichtige Angelegenheit habe ihn in die Stadt gerufen, ſie werde aber am folgenden

Morgen Nachricht erhalten, wenn ſeine Abweſen⸗ heit länger dauern ſollte.

In demſelben Augenblicke hörte ſie den Wa⸗ gen aus dem Schloßhofe rollen. Kein Schlaf be⸗ ſuchte ihr Auge in der bangen Nacht. Am folgen⸗ den Morgen zählte ſie unruhig jede Stunde, bis ſie endlich gegen Mittag einen Reuter in den Schloß⸗ hof ſprengen hörte, und ehe ſie ſich gefaßt hatte⸗ ans Fenſter zu eilen, hörte ſie den zweyten; es war ihres Mannes Reitknecht. Nach einigen Au⸗