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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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220. Beforgniß merken, daß ein Verſuch von ſeiner Sei⸗ te, eine nähere Verbindung zu knüpfen, ſehr leicht ihre und des würdigen Mannes Ruhe ſtören könnte. Für Sie beſtimmt zu ſeyn, ſagte ſie zuletzt, glaubte ich in der glücklichſten Zeit meines Lebens; aber das Schickſal hat es nicht gewollt, und erlaubt mir nichts, als ihre Freundinn zu bleiben, auch bey einer ewigen Trennung, und Gott zu bitten, daß Sie an der Seite einer Würdigern und Glückliche⸗ ren vergeſſen mögen, was wir einſt gehofft haben.* Die Entſchlüſſe, womit ſie dieſen Scheidebrief der Liebe vollendete, brachten zwar ruhigere Faſſung in ihre Seele zurück; aber alles, was ſeit einigen Wochen ſie erſchüttert hatte, ſtörte ihre Heiterkeit ſo ſehr, daß Amberg die unruhigſten Beſorgniſſe für ihre Geſundheit faßte. Eines Tages, als er von einem Beſuche aus der Stadt zurück kehrte, war er ungewöhnlich ernſt. Er ſah ſeine Frau, wenn ſie ſtill ihm gegenüber ſaß, oft forſchend an, ohne ein

Wort zu reden. Der Hauptmann Murbach, dein

Freund, iſt auch zurück gekehrt, hob er endlich an, immer ſeinen Blick auf ſie heftend. Du weißt es noch nicht?

Luiſe erbebte bey dieſer Frage, und vermochte kein Wort hervor zu bringen. Ein wackerer Mann! fuhr Amberg fort. Ich habe ihn heute zufällig in

der Stadt kennen gelernt. Es iſt nur eine Stimme

über ihn.