218 die Arme. Ihr Kind, Luiſe? fuhr Murbach leb⸗ haft fort.
Nein! antwortete ſie bewegt. Aber was ſagen Sie, Murbach, haben Sie den Brief nicht erhal⸗ ten, worin ich⸗
Ihren Brief⸗ fiel er ein. Ich habe nie einen Brief von Ihnen erhalten. Ich kam mit einem Herzen voll treuer Liebe in meine Heimath zurück; ich kam, den Preis, womit das Glück mich belohnt hat, mit Dir zu theilen, und Du..
O mein Gott rief ſie ſchmerzlich, aber ſich faſ⸗ ſend, fuhr ſie fort: Laſſen Sie mich! Sie wiſſen, daß ein unauflösliches Band mich von Ihnen trennt. Ich kann, ich darf nicht länger ſo mit Ihnen reden. Aber ich will Ihnen ſchreiben, ich will Ihnen alles wiederhohlen, was ich Ihnen damahls ſchrieb. Ja, Sie müſſen wiſſen, was mich zu dem unglucklichen Opfer beſtimmt hat.
Luiſe ſtand bey dieſen Worten auf, und ging, das Kind auf dem Arme haltend und von Murbach begleitet, ſinnend den Pfad hinab, der aus dem einſamen Gebüſche zu einem, mit Trauerweiden und Tannen beſchatteten, grünen Platze führte, wo am Rande der Quelle das Denkmahl ihres Vaters ſich erhob. Überraſcht bey dieſem Anblicke, fuhr ſie aus ihren Gedanken auf, und ward heftig ergriffen von der Erinnerung, die in ihr erwachte. Dem Vater und dem Freunde“ las Murbach auf dem Granitwürfel, der die weiße Marmorurne
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