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für uns Menſchenkinder, wenn Gott uns erhört⸗ ſo oft wir bethen: Führe uns nicht in Verſuchung⸗
Weit entfernt, zu ahnen, daß der ſchwere Kampf in Luiſens Herzen begonnen hatte, ſagte Amberg dieſe Worte ohne alle Beziehung, aber ſie ergriffen mit der lebhafteſten Gewalt das Herz der Tiefbewegten, welche nur zu ſehr fühlte, daß ſie ganz auf ihre Lage paßten⸗ 3
Es vergingen acht Tage. Bald machte ſie ihrem Freunde Vorwürfe, daß er noch keinen Verſuch ge⸗ macht hatte, ſie zu ſehen, bald zitterte ſie vor dem Gedanken, mit ihm zuſammen zu treffen, was ſo leicht möglich war, da das Regiment, bey welchem Murbach ſtand, die Beſatzung einer benachbarten Landſtadt ausmachte.
Ihre Ruhe ſtand auf dem Spiele, und ihre Heiterkeit war ſo ſehr geſtört, daß ihr Mann es bemerkte, und oft mit zarter Bekümmerniß ſeine Theilnahme verrieth⸗ Sie wich ſeinen Fragen aus, oder fand einen Vorwand, der ihn nicht beruhigen konnte; aber deſto ſchmerzlicher ward nach ſolchen Augenblicken ihr innerer Kampf. Der ſtille häusli⸗ che Kreis, der ſie bisher beglückt, und worin ſie ſelbſt ihre Freude gefunden hatte, war ohne Reitz für ſie, und ſelbſt ihr holder Pflegling, das zwey⸗ jährige Kind eines armen Verwandten, deſſen Er⸗ ziehung bisher ihre liebſte Sorge geweſen war, konnte ihren Kummer nur ſelten erheitern⸗


