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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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5³⁵ Mit der Erklärung würde Dein Lehrer der Lo⸗ gik nicht ganz zufrieden geweſen ſeyn. Noch kin

Mahl, rede beſtimmter.* Lieber Oheim, ich kann, ich darf noch niche re⸗ den.. Mein Ehrenwort.

Biſt du toll? Ich begreife Dich nicht. Dein Ehrenwort? Rudolph, bringe mich nicht auf den Gedanken, daß bey dem Handel überall nicht viel Ehre ſey. 1

Sie könnten einen unwürdigen Verdacht ge⸗ gen mich haben? Sein Sie verſichert, das Aben⸗ teuer, worein der Zufall mich verwickelt hat, iſt von der Art, daß mir die ängſtlichſte Gewiſſenhaf⸗ tigkeit nichts dabey vorwerfen kann.

Du kannſt mir alſo nicht ſagen, wer die ſchöne Frau iſt, die in dem bewußten zweyten Stockwerke in den beyden Eckfenſtern nach der Straße und dem Garten hin wohnt? Du ſiehſt, ich habe gute Nachrichten, Sie iſt eine Fremde. Einen Nahmen hat ſie angegeben, oder vielmehr Du haſt ihn an⸗ gegeben, aber ob es ihr Nahme ſey, und was ſonſt ihre Verhältniſſe ſeyen, weiß niemand zu ſa⸗ gen. Wer iſt ſie? Wer iſt der junge Mann, der bey ihr wohnt? Wirklich ihr Bruder?

Lieber Oheim, mein Ehrenwort erlaubt mir nicht, Ihre Neugier zu befriedigen.

Und wie lange wird das ſonderbare Ehrenwort Dich noch binden?

Hoffentlich nur noch wenige Wochen.