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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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5² geht jeden Abend gegen zehn Uhr in der Karlsſtra⸗ ße einige Zeit auf und nieder, bleibt endlich vor einem Eckhauſe ſtehen, es erſcheint ein Licht im zweyten Stockwerke, man klatſcht zwey Mahl in die Hände, die Thüre wird geöffnet, und ſchnell iſt der Mann im Reutermantel herein. Wenn er wie⸗ der heraus kommt, hat niemand geſehen, vermuth⸗ lich weil niemand den Schlaf ſich hat abbrechen wol⸗ len. Nun, iſt das nicht ſonderbar?

Lieber Oheim... In der That... ſprach Rudolph verlegen, und ſein Auge konnte den Blick des Oheims nicht mehr ertragen.

Nun, was ſoll ich davon denken? Ich daͤchte, du falteteſt getroſt die Hände zu einem ehrlichen: Ich habe geſündigt.

Beſter Oheim, glauben Sie ja nicht—

Nur gerade heraus! Iſt ſie... ſprich aufrich⸗ tig, Rudolph, iſt es Ernſt, oder iſt es ein gewöhn⸗ liches Abenteuer?

Nun ja, lieber Oheim, antwortete Rudolph, ſich ſammelnd, es iſt ein Abenteuer.

Alſo.. Ja, das ließen Zeit und Umſtände allerdings erwarten. Nun, ſo ſey man beſonnen und klug. 4

Aber mißverſtehen Sie mich nicht, lieber Oheim, ein ernſthaftes Abenteuer. 4

Was ſoll das heißen? erwiederte Herr von O ttenwald geſpannt. 8 1 Nun, ein Abenteuer, womit es Ernſt iſt.

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