46 er nur einen Wink, der mehr Ausbruch ſeiner in⸗ nern Bewegung war, als aus einer beſtimmten Abſicht hervor ging, und ehe er irgend einen Ent⸗ wurf machen konnte, die Vermählung zu verzögern, war Margaretha gebunden. Am Morgen des Hochzeittages, in dem Augenblicke, als einer ſeiner Ordensbrüder ihm die Vollziehung der Trauung meldete, überraſchte ihn Raimunds Ankunft. Kaum gelang es dem Mönche durch den Einfluß, den er auf das Gemüth ſeines jungen Freundes gewonnen hatte, den heftigen Sturm der Leidenſchaft zu ſtillen und ihn zu der Entſagung vorzubereiten, welche die Beſchlüſſe der Vorſehung von ihm ver⸗ langten. Erſt als Raimund ruhiger zu ſeyn ſchien, erſt als er feyerlich verſprochen hatte, ſich zu mä⸗ ßigen und Margaretha's Ruhe zu ſchonen, überließ er ihn ſich ſelbſt, doch von unruhiger Ahnung ge⸗ trieben, hörte er nicht auf, ihn bis zum Anbruche der Nacht zu beobachten, wo der Ritter den Bli⸗ cken ſeines beſorgten Freundes ſich entzog, um die
Geliebte noch ein Mahl zu ſehen.
Als Margaretha alles erfahren hatte, öffnete ſie ihr Herz dem frommen Manne, ſie bath ihn, die Einwilligung ihres Vaters und des Grafen zu gewinnen, damit ſie ungeſtört ihren Entſchluß aus⸗ führen könne, in ein Kloſter zu gehen. Sie war in
ſtiller Ergebung, als der Mönch ihre Beichte ge⸗ hört hatte, und nach einer Stunde ihr Gemach ver⸗ ließ, Der Freyherr und der Graf erwarteten ihn.


