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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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45 einem mächtigen ſchwäbiſchen Edlen verlobt ſey. Er entdeckte dem Mönche nun alle Geheimniſſe ſei⸗ nes Herzens, als aber der fromme Mann einige Wochen bey dem Kranken zugebracht hatte und alle Hoffnung der Geneſung verſchwunden zu ſeyn ſchien, mußte er ihn unter mildthätiger Pflege im Kloſter der Urſulinerinnen zurück laſſen, weil die Befehle ſeiner Obern ihn nöthigten, eine Reiſe nach Bay⸗ ern und Schwaben zu machen. Mit tiefem Schmer⸗ ze ſchied er von ſeinem ſunglücklichen Freunde, dem er das Verſprechen gab, bey ſeinem Aufenthalte in Augsburg ſorgfältige Erkund digung einzuz ziehen, und Margarethen von dem Schickſale ihres Freundes Kunde zu bringen. Er war noch nicht acht Tage in Augsburg geweſen, als er in der Domkirche Margaretha ſah, die ein anderer Mönch, der ſie kannte, ihm bezeichnete. Der innige Antheil, den er an dem Schickſale des jungen Ritters nahm, machte ihn deſto leichter geneigt, Margarethen ſtrenge zu beurtheilen, da er damahls noch nicht wußte, wie viele Erkundigungen man eingezogen hatte, ehe man Naimunds Tod für gewiß hielt. Er konnte es Margarethen nicht verzeihen, daß ſie nicht länger gezögert hatte, er hielt ſie der Liebe nicht werth, womit ihr unglücklicher Freund an ihr hing; aber an Naimunds Retrung verzweifelnd, wollte er nicht ihre Ruhe ſtören, indem er Hoff⸗ nungen erweckte, die er vielleicht nach wenigen Ta⸗ gen ihr grauſam hätte nehmen müſſen. Daher gab