Es ſchmerzt mich der Gedanke, daß ich, ohne es zu wiſſen, auch ein Werkzeug ſeyn mußte, Euer Herz zu brechen, hob der Mönch wieder an..
Ich habe gewünſcht, Euch zu ſehen, ſprach Margaretha, um Euch zu beichten, vor allen Din⸗ gen aber aus Eurem Munde zu erfahren, was mir in dieſer unglücklichen Auflöſung noch dunkel und unbegreiflich iſt. Erzählt mir alles, was Ihr wißt, ehrwürdiger Vater, dann will ich meine Rechnung, mit der Welt abmachen und Ihr werdet mir helfen ausführen, was ich beſchloſſen habe.— 4
Der Mönch wußte alles. Raimund war wäh⸗ rend der Belagerung von Livorno, als er mit eini⸗ gen Reutern einen Streifzug machte, von ſeinen Begleitern getrennt worden, und in einer öden Gegend der Küſte unter heimlich gelandete Seeräu⸗ ber gefallen, die ihn nach Tunis brachten, wo er lange zu hartem Stlavendienſte gezwungen ward. Hier fand ihn der Predigermönch, welcher, als er ſeine Wallfahrt zum Grabe des Heilandes vollbracht hatte, nach Afrika gegangen war, um mit einem anſehnlichen Löſegelde, der Gabe einer frommen Witwe zu Jeruſalem, gefangene Chriſten zu be⸗ freyen. So ward auch Raimund erlöſet. Sein Retter wollte ihn über Italien nach Teutſchland führen. In Insbruck ward Raimund krank und ſein Zuſtand ward noch gefährlicher, als durch einen Kaufmaunn, der nach Italien reiſete, das Gerücht zu ihm kam, daß Margaretha von Heydeck mit


