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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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Von ihrem Vater und ihren Dienerinnen un⸗ kerſtützt, ſchwankte Margaretha, als ſie noch einen Blick auf den Geliebten geworfen hatte, nach dem Landhauſe zurück. Kommt, Ritter Raimund, hob der Mönch wieder an, und gedenkt als Mann Eu⸗ res Wortes.

Der Graf von Helfenſtein erwachte aus tiefen Gedanken. Ritter Raimund, wir werden uns wie⸗ derſehen, ſprach er mit mildem Tone, und folgte dem Trauerzuge, welcher die Unglückliche begleitete.

Die furchtbare Entſcheidung ihres Schickſals hatte ſie zu heftig erſchüttert. Das Fieber zerrüttete bald ihre Sinne und lange fürchtete man für ihr

Leben. Als die Gefahr vorüber war und ihre Be⸗ ſinnung zurück kehrte, bath ſie ihren Vater, den Prediger⸗Mönch herbey zu rufen, den ſie im Gar⸗ ten geſehen habe, weil ſie ihm zu beichten wünſchte. Er kam. Sein Anblick bewegte die Kranke lebhaft und nur der milde Blick und Gruß des Mönches konnten ſie ruhiger machen. Ich habe an Euch ge⸗ dacht, ehe Ihr mich begehrt habt, hob er an. Ich habe Gott Tag und Nacht gebethen, Euch Ruhe zu verleihen, und er hat mich ſchon erhört, Ihr ſeyd beſſer. 4

Ehrwürdiger Vater, ſprach Margaretha, ich⸗ brauche es Euch nicht zu ſagen, welche Empfin⸗ dung es geweſen iſt, die Euer erſter Anblick in mir rweckt hat.