47 Ehrwürdiger Vater, redete der Graf ihn an, ich brauche eure Vermittelung, um ein Opfer zu brin⸗ gen, das ich der Unglücklichen ſchuldig bin, es iſt der letzte Beweis der Liebe und Achtung, die ich ihr ewig weihen werde. Das Band, das mich mit ihr verbunden hat, ſey vernichtet, ſie ſoll frey ſeyn, ihrer erſten Neigung zu folgen. Bringt die Sache vor den Biſchof und den heiligen Vater zu Rom.
Edler Herr, antwortete der Mönch, Ihr mö⸗ get Eurer Gemahlinn ſchon verrathen haben, was Ihr ſo edelmüthig bedacht habt, oder ſie hat es Eurer Geſinnung zugetraut, aber dennoch hat ſich der Entſchluß in ihr befeſtigt, den Gott in ihre Seele gelegt hat, um ihr Ruhe zu geben. Das Opfer, das Ihr bringen wollt, würde ihr zartes Gewiſſen nie beruhigen, noch die Losſprechung des heiligen Vaters ihr verwundetes Gemüth heilen, und ſie laßt Euch bitten, und Euch edler Freyherr, ihr frommes Vorhaben zu ſegnen.
Der Freyherr und der Graf waren einige Au⸗ genblicke in Gedanken verſunken, als der Mönch ſchwieg. Ich glaube, es iſt Gottes Wille, hob der Vater endlich an, darum darf ich's nicht hindern.
Wenn ſie es will, ſprach der Graf, ſo ſegne der Himmel ſeine Braut und gebe ihr Ruhe und 4 mehr als das Glück das ich ihr gern gegeben hätte, Aber was wird aus ihrem Freunde werden?


