41 rief er mit dem Tone der heftigſten Leidenſchaft und breitete ſeine Arme aus, die Geliebte zu um⸗ fangen.
Margaretha ſank mit einem lauten Angſtge⸗ ſchrey ohnmächtig an ſeiner Seite nieder, ehe er ſie auffaſſen konnte. Raimund warf ſich neben ihr nieder, hob ſie in ſeine Arme und rief mit dem Tone der Verzweifelung: Margaretha! Margare⸗ tha! ich habe Dich wieder! Nein! nein! nie laß' ich Dich, und ſollt' ich drum verderben! fuhr er nach einer Pauſe fort. O wer hat Dir in dieſem Augenblicke dieſe Worte eingegeben, die alles aus⸗ ſprechen, was ich fühle!
Aber Margaretha hörte ihn nicht, ihre Augen waren geſchloſſen, als ob die Hand des Todes über ſie gefahren wäre, und kein Athem hauchte über die bleichen halboffenen Lippen. Da naheten ſich mehrere Stimmen und Windlichter bewegten ſich hin und her am Ufer des Teiches. Man hatte im Landhauſe Margaretha's Angſtruf gehört, und als nan ſie nirgend im Saale fand, eilte alles hinaus, ſie zu ſuchen. Jetzt trat der Graf mit dem Frey⸗ herrn ins Gebüſche, wo Raimund, unbekümmert um alles, was um ihn her vorging, noch immer neben der Ohnmächtigen kniete, um ſie ins Leben, zurück zu rufen. Ha! was iſt das? rief der Graf wüthend und zog ſein Schwert, und ſchon wollte er auf den Knieenden eindringen, als der Freyherr
dieſen erkannte. Ewiger Gott! rief Raimund!


