blendenden Schein auf die ſteigenden Strahlen der Springbrunnen warfen. Margaretha verlor ſich in die dunkelſten Gänge des Gartens. Süße Erinne⸗ rungen aus den Tagen der Kindheit überwältigen ihre Seele. Hier, unter dieſem dicht gewölbten Geißblattbuſche, von deſſen jungen Ranken ſie einſt den erſten Strauß für Raimund gepflückt hatte, fand ſie jetzt ſchon kühlen Schatten, und dieſe bey⸗ den Linden, welche ſie einſt an ihrem Geburtstage mit ihm gepflanzt hatte, waren jetzt in ihren Wi⸗ pfeln mit tauſend Zweigen feſt in einander ver⸗ ſchlungen. Sie nahte ſich nun mit höher pochendem Herzen dem Gebüſche am Teiche, wo Raimund, als er nach Venedig reiſen mußte, von ihr Abſchied genommen hatkte⸗ Die fröhlichen Töne des Tanzes ſchallten aus den Fenſtern des Saales zu ihr her über den glänzenden Spiegel des Teiches. Kargaretha lehnte ſich an einen Baum und ſtützte gedankenvoll das Haupt auf den Arm, an welchem die Thräne der Wehmuth herabfloß
„Nie laß' ich ſie, ich habe den Muth, Und ſollt' ich drum verderben!“*
ſprach ſie nach einer Pauſe zu ſich ſelbſt.
Da rauſchte es dicht neben ihr im Gebüſche, und als ſie erſchrocken auffuhr, ſtand eine Geſtalt vor ihr— Na imund in ritterlichem Schmucke mit Mantel und Federhute. Nein, ich laſſe Dich nicht!


