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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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war das Glück der Liebe verloren und der Jahres⸗ zeiten freundlicher Wechſel konnte ſie fortan nur er⸗ innern, daß ihres Lebens Blüthen kein Frühling mehr pflegen, kein Sommer mehr reifen ſollte. Da griff der Sänger nach kurzem Schweigen einen neuen Ton, und gleich die erſten Worte des Geſanges bewegten Margaretha's Gemüth. Es war ein altes bekanntes Lied*), das ſie ehedem oft von manchen Sänger gehört hatte:

Mit Urlaub will ich von hennen gehn

Und von dem Lande ſcheiden;

Und nimmer ſollt ihr mich wiederſehn, Wenn S ie es nicht will leiden,

Wenn ſie mich nicht als Freund empfängt,

Ohn' Wanken an mir hängt.

Und ob ich arm, ob reich ich bin, Sie ſoll in Banden halten

Mein Herz und Muth, meinen Leib und Sinn, Meines Lebens ſoll ſie walten.

Deß hat allein die Eine Macht,

Der ich mein Herz gebracht.

Doch trau' ich ihr, ſie iſt ſo gut, Wird mich nicht laſſen ſterben;

*) Von Werner von Honberg, in der Maneſſiſchen Sammlung der Minneſinger, 1. 24. Hier mit eini⸗ gen Veränderungen.