36 dem Altare kmete, als der Prieſter die Worte des Gebethes anſtimmte, da fühlte ſie ihre Bruſt bange beklemmt, wie wenn des Domes Gewölbe auf ihr gelaſtet hätte, und kaum hörbar kam ihr Ja über die bebenden Lippen. Sie hatte das Wort ausge⸗ ſprochen, und blickte ſchnell ſich um, aufgeſchreckt von ihrer Einbildung, welche ihr immerdar die furchtbare Geſtalt des Mönches zeigte. Von dieſer Angſt nun erlöſet, erwartete ſie ruhiger das Ende der heiligen Handlung, und auf dem Rückwege aus der Kirche wagte ſie dreiſter, ja faſt mit unruhiger Neugier, zwiſchen die Pfeiler, und in die Hallen des Kreuzganges zu blicken, wo die wunderbare Erſcheinung am vorigen Tage verſchwunden war. Jetzt ſielen die ehernen Thore des Domes ſchallend hinter ihr zu, als der Graf, ihre Hand mit zärtli⸗ cher Inbrunſt drückend, aus ihren Gedanken ſie weckte. Margaretha! ſprach er bewegt, jetzt mein auf ewig!
Dieſe Worte ſchienen ihr das volle Bewußtſeyn ihrer Lage wieder zu geben; ſie zog ihre Hand ſchnell zurück und heftete einen ſtarren Blick auf ihren Bräutigam, deſſen Auge ihr ſagen wollte, wie glücklich er ſich fühlte. Schweigend ging ſie an ſeiner Seite zu dem Landhauſe ihres Vaters, wo die hochzeitliche Freude das junge Paar begrüßte. Der Freyherr hatte, trotz der unverhehlten Unzu⸗ friedenheit der Stiefmutter, alles aufg ebothen, bey dieſem Feſte ſeinen Reichthum und ſeine Pracht⸗


