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Wer war der Mönch? Welche andere Deutung konnte ſie ſeinen geheimnißvollen Worten geben, als daß er die Geſchichte ihrer erſten Liebe kenne? Ihre aufgeregte Einbildung quelte ſie mit ängſtli⸗ chen Vermuthungen. Ja, der Monch mußte ihren Geliebten gekannt haben. Hatte er die letzte Beichte des Sterbenden empfangen? Hatte er die letzten Seufzer des treuen Herzens ihr zu bringen? Sie mußte ihn noch einmahl ſehen, ſie mußte alles wiſſen, und ſollte es um den Preis ihrer Ruhe geſchehen. Aber der Augenblick drängte, in zwey Tagen ſollte ihre Vermählung ſeyn, und von ſtrei⸗ tenden Empfindungen bewegt, beſchloß ſie, am folgenden Morgen wieder in die Domkirche zu ge⸗ hen. Kaum hatte ſie dieſen Entſchluß gefaßt, als ihr der Beſuch ihres Bräutigams gemeldet ward. Ihr Vertrauen gegen ihn war noch nicht ſo innig, daß ſie ſich hätte überwinden können, ihm zu ſa⸗ gen, was ihr begegnet war, aber ſeinem ſcharfen Blicke entging die Bewegung nicht, die ſie verge⸗ bens zu verbergen ſuchte. Theure Margaretha, ſprach er mit leuchtendem Auge, ich bringe Euch eine frohe Bothſchaft. Die Stadt gibt übermorgen dem Kaiſer zu Ehren ein Luſtſchießen mit Armbru⸗ ſten, und an beyden folgenden Tagen wird große Falkenbeize ſeyn. Darum hat Euer Vater ſo eben beſchloſſen, ſchon morgen unſere Vermählung zu feyern..


