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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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Aus Italien kamen bald unglückliche Both⸗ ſchaften. Maximilian belagerte gegen den Winter Livorno, aber die Kälte ward ſo heftig, daß er, von zwey Feinden bedrängt, die Unternehmung aufgeben mußte und ſeine Kriegsvölker nach Deutſch⸗ land zurück führte. Bald nachher kam das Gerücht nach Augsburg, Ritter Raimund ſey während der Zeit, als Maximilian vor Livorno gelegen, ver⸗ mißt worden. Einige ſchwäbiſche Ritter, die in des Kaiſers Gefolge geweſen waren, beſtätigten dieſe Nachricht, und ſetzten hinzu, Maximilian habe, aller Nachforſchungen ungeachtet, noch keine ſichere Spur gefunden, was aus dem tapfern Ritter geworden; man könne aber wenig auf eine von Fiſchern herrührende Sage vertrauen, daß Rai⸗ mund, als er ſich auf einem Streifzuge zu weit

gewagt, unter einen Haufen Seeräuber in einer

abgelegenen Bucht gefallen ſey, vielmehr müſſe man glauben, daß er bey einem Ausfalle der Be⸗

lagerten ſeinen Tod gefunden habe. Lange ward

Margarethen die Trauerbothſchaft verhehlt, aber ungeachtet der Sorgfalt, die ihr Vater brauchte, ſie darauf vorzubereiten, ergriff der Schmerz ſie ſo heftig, daß ihr Leben einige Zeit in Gefahr ſchweb⸗ te. Der Freyherr both alles auf, ſich gewiſſe Nach⸗ richt über Raimunds Schickſal zu verſchaffen. Er ſandte vertraute Diener nach Italien, welche in der Gegend von Livorno die genaueſten Nachforſchun⸗ gen machen mußten. Kein glückſicher Erfolg; di⸗