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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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ten, fühlten ſie in dem lauten Klopfen ihrer Her⸗ zen, die gegen einander ſchlugen. Der ſchöne Tag wpurde noch glücklicher, als die Liebenden, von dem Freyherrn geſegnet, ihren Bund beſchworen Mar⸗ garetha gab dem Ritter zum Liebespfande einen Ning mit ihrem Bildniſſe, das nicht lange vorher ein Künſtler aus Venedig gemahlt hatte, und er ihr ein Demantherz, an deſſen Spitze eine köſtliche Perle, als ein Sinnbild ihres Nahmens, hing.

Eine Perle? Es hat mir neulich geträumt, Raimund, Ihr wolltet mir einen Perlenſchmuck geben, und wenn man von Perlen träumt, ſo ſol⸗ len Thränen folgen, ſprach Margaretha, von einer dunkeln Ahnung bewegt, ehe Raimund ihr die An⸗ 1 ſpielung auf ihren Nahmen erklärt hatte.

Ihre Ahnung ſchien erfüllt zu werden; denn ſchneller, als es die Glücklichen gefürchtet hatten, foderte das Schickſal ihre Trennung, da Raimund 4 noch am Abend jenes Tages vom Kaiſer den Befehl

erhielt, ſogleich nach Tirob aufzubrechen, um einen

Haufen Kriegsvolk zu übernehmen, der ſchon gegen

die Gränze Italiens zog. So kam er, wenige Stunden nach dem Abſchiede, zu Margaretha zurück, um ihr die traurige Bothſchaft zu bringen. Der plötzliche Wechſel erſchütterte heftig Margaretha's Herz und von ihrem Trübſinne ergriffen, riß auch Raimund ſich mit bangen Ahnungen aus ihren Armen los.

Unterh. Bibl. 3. Jahrg. 6. B⸗ B