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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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und heiterer Antheil an der Freude des Feſtes, da er, der erſte nach dem Königsſohne, Margarethen in den fröhlichen Reigen führte.

Am nächſten Morgen folgte Raimund des Frey⸗ herrn Einladung. Er fand Margaretha im Wohn⸗ zimmer, wo ſie mit der Stickerey eines Teppichs ſo eifrig beſchäftigt war, daß ſie erſt auf das Wort ihrer Zofe aufblickte und den eintretenden Ritter bemerkte. Sie breitete ſchnell ein weißes Tuch über die Stickerey, ehe ſie Raimund entgegen ging. Überraſcht näherte er ſich bald der geheimnißvollen Arbeit. Ich wäre wohl neugierig, das Werk Eu⸗ rer kunſtreichen Hand zu ſehen, hob er an und hatte ſchon den Zipfel des verhüllenden Tuches an⸗ gefaßt, als Margaretha ſeine Hand zurück hielt.

Bloß Neugier? antwortete Margaretha lä⸗ chelnd. Darf ich's Euch glauben? Geſteht's ohne Hehl, es wandelt Euch wieder ein böſer Gedanke

an, wie geſtern? Dafür muß billig noch Strafe

ſeyn, und ich habe Luſt, Eure Neugier nicht zu be⸗ friedigen. Ja, ja, Ihr werdet Euch nicht lange beſinnen, was für ein Bild ich hier ſticke. Was könnte es anders ſeyn, als ein Andenken des ſchön⸗ ſten Tages in meinem Leben, wo ein edler Fürſt mich ſo großer Ehre werth achtete! Ich mitten in dem glänzenden Kreiſe welch ein Bild für die Erinnerung!

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