Awe
21 merken, daß ſie ſich dadurch geſchmeichelt fuhlte. Er ſtand mit verſchränkten Armen und folgte allen Bewegungen der geliebten Tänzerinn. Jeder freund⸗ liche Blick, womit ſie auf die Fragen des Fürſten Antwort gab, verwundete ſein Herz, und die Wuth der Eiferſucht ergriff ihn, als ſie, im Tanze ein⸗ mahl an ihm vorüberwandelnd, nur für den Glück⸗ lichen ein Lächeln, für ihn aber keinen Blick hatte.
Die Flamme des Luſtfeuers war faſt niederge⸗ brannt, als Margaretha wieder zu ihm trat. Der Erzherzog hat Euch hoch geehret, Margaretha, ſprach Raimund kalt. Ihr habt Neid erweckt. 1
Und Ihr könntet glauben, daß ich Neid ver⸗ dient habe? fragte Margaretha.—
Das würde davon abhangen, wie Ihr den er⸗ haltenen Vorzug angeſehen habet..
In dieſem Augenblicke trat Margaretha's Va⸗ ter hinzu. Er umfaßte ſie, und der ſtolze Blick, womit er aufſah, als er ſie in ſeine Arme ſchloß, ſchien das Gefühl auszuſprechen, daß nur ein Kind, ſolcher Ehre werth, ſeiner würdig ſey.
Herr Ritter, wandte er ſich darauf zu Rai⸗ mund, thut mir den Gefallen, dem edlen Fürſten, bey welchem Ihr in beſonderer Gunſt zu ſtehen ſcheinet, die Verſicherung zu geben, daß ich, wie es alle meine Altvordern waren, der treueſte An⸗ hänger ſeines erlauchten Hauſes bin.
Ich werde es zu rühmen wiſſen, antwortete Raimund gleichgültig.


