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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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Fürſt ihnen geben wollte. Alle erſchienen. Der Erzherzog erwartete ſie auf dem Platze, hinter deſe⸗ ſen Schranken neugierige Volkshaufen ſich dräng⸗ ten. Schon ſtand hinter ihm ein Diener mit der 4

Fackel, die das Luſtfeuer anzünden ſollte. Der junge Fürſt ließ ſeine Blicke durch den Kreis der 4 Frauen fliegen und ſchien die Königinn des Feſtes zu wählen. Alle Herzen pochten in ungeduldiger.

Erwartung. Manche ſchien des Sieges gewiß zu ſeyn und mit ſtolzem Blicke die Nachbarinn zu fra⸗ gen: wer iſt würdiger als ich? Ein ſolcher Blick fiel auch auf Margaretha von Heydeck, welche be⸗ ſcheiden und im einfachen Schmucke ihrer Schönheit 1 unter ihren Schweſtern ſtand, und nur zuweilen 4 ihr Auge aufſchlug, um auf den Fürſten und ſein glän⸗ zendes Gefolge zu blicken, unter welchem auch Raimund im ſchimmernden Nittorſchtnucke ſich zeigte Da nä⸗ herte ſich Philipp mit raſchen Schritten dem bun⸗ ten Kreiſe und in manchem ſchönen Geſichte, worin freudige Erwartung geglänzt hatte, wechſelten Glut und Bläſſe, als er Margarethen ſeine Hand reichte. Er bath ſie, die Fackel zu nehmen und den Schei⸗ terhaufen anzuzünden, und als dieß geſchehen war, kanzte er mit ihr bey dem fröhlichen Schalle der Trompeten und Panken um die lodernde Flamme. Alle Frauen folgten der ſehnen Führerinn des Reigens. 8

Margaretha ſchien ſich des Borzuges nicht ſtolz zu überheben, aber Raimund glaubte doch zu be⸗