— 19 rüſtung eben vollendete, erſt nach Italien beglei⸗ ten mußte..
Das Verſtändniß zwiſchen Raimund und Mar⸗ garetha ward immer inniger und die Gluth der Lie⸗ be brannte immer tiefer in des Ritters Herz. Bey den glänzenden Turnieren und Feſten, welche die Stadt dem Kaiſer und ſeinem Prinzen Philipp zu Ehren gab, hatte Naimund vielfältige Gelegenheit, ſeiner Geliebten öffentliche Huldigungen darzubringen, und in einem Turniere, wo er den Preis des Ruh⸗ mes gewann, legte Margaretha den Dank, deſſen Austheilung der Kaiſer ihr übertragen hatte, in die Hand des geliebten Siegers. Aber mitten in dem bunten fröhlichen Leben, das ſie umgab, ſchienen die Liebenden nur ihr ſtilles Glück zu genießen und al⸗ les um ſich her zu vergeſſen, bis der Gedanke an
vie nahe Trennung ſie aus dem glücklichen Trauane aufſtörte. Am Vorabende des Johannestages 2) ließ des Kaiſers Sohn, Prinz Philipp, auf dem Frohnhofe einen hohen Scheiterhaufen aufrichten. Die Tanzeinlader wurden in Bewegung geſetzt, und man ſah ſie, feſtlich geſchmückt in einem rothen Atlaswamms, rothen Hoſen mit Doppeltaffet durch⸗ zogen und mit ſeidenen Schnüren verbrämt, und einem kleinen rothwollenen, auf der rechten Seite
offenen, Mantel, zu den edlen Frauen und Jung⸗
frauen gehen, zu dem Feſte ſie zu laden, daß der
—) Ein geſchichtlicher Zug, es geſchah 1496.


