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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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mund, ich habe Euer Andenken treu bewahrt in der Seele behalten.

Margaretha neigte nach dieſen Worten ihr Ge⸗ ſicht zu dem kleinen Mädchen herab, das vor ihr ſtand, und band die, vor ihr ſelbſt in ihrer liebli⸗ chen Verwirrung aufgelöſete, Schleife wieder feſt, um ihr Erröthen zu verbergen. Ihre Muhme, die Mutter des Kindes, trat in dieſem Augenblicke hin⸗ zu. Als ſie den Nahmen des jungen Ritters gehört hatte, deſſen Vater ein Freund ihres verſtorbenen Mannes geweſen war, wurde mancherley von alten

Zeiten geſprochen, wie gut und ſanften Sinnes Margaretha's Mutter geweſen, und die redſelige Frau ließ nicht undeutlich merken, ihre Schweſter habe gewünſcht, eine Verbindung zwiſchen Raimund und ihrer Tochter zu ſtiften, und gehofft, auch den Vater zu gewinnen, welcher zu ſtrenge auf den al⸗ ten Adel ſeines Geſchlechtes halte.

Am folgenden Tage machte Raimund einen Beſuch bey Margaretha's Vater, der den Sohn eines Mannes, welchem er manche Verbindlichkei⸗ ten gehabt hatte, deſto freundlicher aufnahm, da der Glanz des wohl erworbenen Ruhmes und der Fürſtengunſt, worin er den Jüngling ſah, dem Standesvorurtheile ſchmeichelte. Er ſchien die Be⸗ werbungen des Ritters aufzumuntern, und bald wußte man im Kreiſe ſeiner Bekannten, daß die Verbindung nur darum aufgeſchoben werden ſoll⸗ te, weil Raimund den Kaͤſer, der ſeine Kriegs⸗