17 größerer Gefahr ihn retten und brachte ihn glücklich in ſein Gezelt. Er legte mir mit eigener Hand eine goldene Kette um, die er auf ſeinem Panzer getra⸗ gen, und als er gleich nach dem Abzuge der Un⸗ garn ſein Kriegsvolk verſammelte, um in die be⸗ freyte Burg zu ziehen, mußte ich vor ihm nieder⸗ knien auf der ſelben Stelle, wo er verwundet wor⸗ den, und erhielt die Erfüllung des ſchönſten Wun⸗ ſches, die Ehre der Ritterſchaft von dem ritterlichen König. Seht, theure Margaretha, ſo bin ich auf die Bahn gekommen, auf welcher ich fortwandeln will, um Eurer würdig zu werden; ſo habe ich mein Wort gehalten, nach unſerer Trennung an Euch zu gedenken, und der Gedanke an Euch hat unter Gefahren und Tod mir Muth und Kraft ge⸗ geben. Euch verdanke ich's, wenn mein Leben nicht ruhmlos vergeht, aber alles, was ich ſchon gewon⸗ nen habe und was ich noch erwerben mag, ſoll nur der Preis ſeyn, um welchen ich meinem Leben ein ſchöneres Glück erkaufen wollte. Margaretha, darf der Jüngling hoffen, bey Euch wieder zu finden, was dem Knaben die Jugendzeit verſchönerte?
Naimund, antwortete die Jungfrau, theuer iſt mir der Ruhm, den ihr erworben, weil er Euch ehret, aber gewiß, auch wenn Ihr nicht im Ritter⸗ ſchmucke vor mir ſtändet, würde die Erinnerung an jene glückliche Zeit meinem Herzen doch das Liebſte ſeyn. Auch ich habe gehalten, was wir uns in der Stunde der Trennung verſprachen, Rai⸗


