15 Brügge ihn eingeladen und verrätheriſch gefangen gehalten*) und wie er dabey in große Gefahr ge⸗ rathen. Da zeigte ſichuns gar herrlich ſein tapferes ritterliches Gemüth, und wie er gegen Alle, die ihn umgaben, ſehr gütig war, ſo ſprach er auch⸗ mit mir oft freundlich, als er ſah, wie ich mit den Andern treulich alle Beſchwerden und Gefahren der Gefangenſchaft ertrug. Raimund, ſprach er eines Tages zu mir, als ich mit großer Betrübniß den edlen Herrn in dem engen Hauſe, worin wir einge⸗ ſperrt waren, auf der harten Bank liegen ſah: es thut mir wahrlich leid, daß Du gleich anfangs in meinem Dienſte ſolche Noth tragen mußt. Doch ſey getroſt, Du biſt noch jung, haſt noch lanze Zeit, Dich in der Welt herumzutummeln und der Jugend Luſt und Freuden zu genießen. Tragt Sor⸗ ge für ihn, ſprach er darauf zu dem alten Ritter, der mir vorgeſetzt war, und haltet ihn nicht zu ſtrenge; es ſieht dem jungen Menſchen ein fröhli⸗ cher Muth aus den Augen. Ein junger Kerl, ſetzte er lachend hinzu, muß ſieben Jahre lang ein Narr ſeyn, und wenn er in dieſer Zeit etwas Witziges begehet, ſoll er auf' neue anfangen und noch ſieben Jahre ein Narr ſeyn**). Darauf ant⸗ wortete ich ihm: Gnädigſter Herr, nicht um mei⸗ netwillen bin ich bekümmert, aber daß ich Euch in
*) 4486. *) So pflegte Marimilian zu ſagen.


