Druckschrift 
Griechenland und die Griechen / nach dem Englischen bearbeitet von W. A. Lindau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

70 eben ſo die uͤbrigen Wohnzimmer. Die Kuͤche und Dienſtbotenſtuben waren durch einen Gang mit der großen Galerie verbunden; auf dieſer Galerie ſelbſt aber hatten alle Genoſſen des Hauſes freien Zutritt, und gewoͤhnlich fand man hier einige Dienſtboten, die an den Spielen der Kinder Theil nahmen, und gegen ihre Herrſchaft eine Vertraulichkeit ſich erlaub⸗ ten, die im fuͤdlichen Europa ziemlich gewoͤhnlich, aber ſehr ſelten in England iſt. Schlafkammern muß man in griechiſchen, oder tuͤrkiſchen Wohnungen nicht ſuchen. Das Sofa in den Wohnzimmern iſt die naͤchtliche Ruheſtaͤtte der Vornehmen; die nie⸗ dern Volksklaſſen ſchlafen auf dem Fußboden. Auf das Sofa legt man eine baumwollene oder wollene Matratze, baumwollene Tuͤcher, zuweilen mit geſtick⸗ tem Muſſelinbeſatz, und verzierte Polſter. Maͤnner ſowohl, als Frauen, ziehen beim Schlafengehen nur einen kleinen Theil ihrer Kleidung aus, und gemeine Leute legen ſelten irgend etwas von ihrem Anzuge ab, ehe ſie ſich zwiſchen die groben wollenen Decken werfen, die ihr Nachtlager ausmachen.— Die Ver⸗ vindung der Wohnzimmer mit einer offnen Galerie macht das Innere der griechiſchen Haͤuſer ſehr kalt im Winter. Die vornehmen Griechen haben ſelten ein anderes kuͤnſtliches Mittel zur Erwaͤrmung, als eine Kohlenpfanne, die in der Mittẽ ſteht. Sie