Teil eines Werkes 
2. Theil (1820)
Entstehung
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Sanftheit und ihr biegſames Gemuͤth als eine Schwaͤche erſchienen ſein, die ſie ſeiner Auf⸗ merkſamkeit unwerth gemacht haͤtte. Aber ſie waren durch das Band der Treue verbunden, und Luzie fuͤrchtete nur, daß ihren Freund ſein Stolz einſt verleiten werde, ſeine Zunei⸗ gung zu bereuen; Edgar aber, daß ſich Lu⸗ ziens geſchmeidiges Gemuͤth bei einer Tren⸗ nung oder bei Schwierigkeiten, durch die Bit⸗ ten oder den Einfluß ihrer Umgebungen, ver⸗ fuͤhren laſſen moͤchte, die geſchloſſene Verbin⸗ dung aufzugeben.

Fuͤrchtet es nicht, ſprach Luzie, als Edgar einſt einen ſolchen Verdacht merken ließ: die Spiegel, die das Bild aller voruͤbergehenden Gegenſtaͤnde aufnehmen, ſind von hartem Stof⸗ fe, von Glas oder Stahl, weichere Gegenſtaͤn⸗ de aber behalten den empfangenen Eindruck unveraͤndert.

Das iſt Dichtung, Lunie, lwiederte Ed⸗

gar, und in der Dichtung iſt immer etwas

Truͤgliches und zuweilen etwas Erfundenes.