Teil eines Werkes 
3. Theil (1833)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

289

Und Du kannſt glauben, daß er wieder fort⸗ gegangen iſt? fragte Puttfarken und ein unge⸗ meiner Scharfſinn lagerte ſich zwiſchen ſeine Brau⸗ nen.Der iſt noch hier im Hauſe, hier verſteckt. Brav! nun ſind wir geliefert. Das war eben ſo wenig ein Jude, wie ich einer bin. Ein Vehm⸗ richter war es! ein heimlicher Richter! ſie wollen mich heimlich richten!

Bei dieſen Worten troff dem armen Manne der Schweiß vom Geſichte, das gluͤhend roth, von Schweiß und Puder durchrieſelt, dem be⸗ kanntenStrom der Zeiten zu vergleichen war. Er nahm mit Ungeſtuͤm ſeinen breitrandigen Hut ab, um ſich die Stirne zu trocknen, ſiehe, da ſielen mehrere von den Papierſtuͤckchen, die aus dem Fenſter geworfen wurden, und die ein guͤnſti⸗ ger Wind auf den Hut des Raths gefuͤhrt hatte, zur Erde.

Schnell buͤckte er ſich darnach, ſetzte die Brille auf und las folgende Wort⸗Fragmente:

Heimliches Ger Meſſer Feu Leib

Nun iſt's richtig! ſagte er entſetzt,den Leib des armen alten Onkels, meinen ungluͤcklichen A. Lewald, Novellen. III. 19