—
34
willſt Du es nicht, ſo ſoll dieſe Stimme keinem
Menſchen mehr toͤnen, und wenn ſie auch noch
mehr Gewalt beſaͤße, die Herzen zu erfreuen, wenn
ihr nur vergoͤnnt iſt, mit Dir zu koſen, und ſei's
in der Einſamkeit eines alten Waldſchloſſes.“ „Das wollteſt Du, Himmliſche?“ ſchrie Hugo
ploͤtzlich auf.„Nein, ich taͤuſchte mich nicht, als
ich Dich Engel mir zur Gefaͤhrtin beſtimmte und Dir mein ganzes Lebensgluͤck anvertraute. Meine Liebe iſt Dir genug zum Gluͤcke und ſie wird Dir bleiben, ſo lange dies Herz ſchlaͤgt und Dich an—
betet.“
Doriflea ſchien der Ausbruch der pende, der ſich auf dem Geſichte des jungen Grafen malte, zu erſchrecken.
„Verlaſſe dieſen Glanz, der Dir nie zuſagte, Doriflea,“ fuhr Hugo fort,„nicht Huldigungen, nicht neue Triumphe ſind es, Dein daran uͤberſaͤt⸗ tigtes Herz ſoll ſich nun andern Freuden hingeben“ — und hiermit hatten ſeine gluͤhenden Lippen die Lippen der Saͤngerin umſchloſſen, aus denen nie
mehr Geſang ertoͤnen ſollte und deren Augen Thraͤ⸗
nen uͤberſtroͤmten, von den ſuͤßen Schauern des nahen Muttergefuͤhls entlockt.
„Ich beſitze ein ſolches Jagdſchloß,“ ſprach er weiter, ohne daß ſie ein Wort einwandte,„ganz ſo, wie Du es meinſt. Einſam und ſtill, wie ein


