Teil eines Werkes 
3. Theil (1833)
Entstehung
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Hugo gab ausweichende Antworten.

„Sollte Dein Vater mit dem Schritte, den Du wagteſt, ohne ſeine Einwilligung zu haben, nicht zufrieden ſein?“ fragte ſie beſorgt weiter.

„Das iſt es nicht— aber Doriflea— ich muß ein Opfer von Dir verlangen, das Dir viel⸗ leicht ſchwerer wird, als jedes andere, welches ich von Dir verlangte.“

„Sprich, lieber Hugo,“ ſagte draͤngend Do⸗ riflea,„welches Opfer? jedes bin ich zu bringen bereit, wenn Du es von mir forderſt.“

„Nun wohlan denn,“ erwiderte er,„ich ver⸗ lange, und Du wirſt Dich ſelbſt von der Noth⸗ wendigkeit uͤberzeugen, ich bitte Dich, hier nicht zu ſingen.“—

Doriflea ſah ihn ſchweigend an.

„Du gewaͤhrſt mir dieſe Bitte nicht, ſelbſt wenn ich Dir ſage, daß ſie unſer Gluͤck nothwen⸗ dig macht?“ fuͤgte der Graf nicht ohne ſichtbare Verlegenheit hinzu.

„Was bedarf's hierzu Deiner Bitte? Gehoͤre ich einem Andern als Dir? Bin ich nicht Deine Gattin? Willſt Du es erlauben, daß dieſe in den Feſten, welche dem Koͤnige zu Ehren hier veran⸗ ſtaltet werden, einige Proben eines glaͤnzenden Ta⸗ lentes ablege, ſo wird ſie es thun, um ihrem Wohlthaͤter, dem Grafen Hoditz, zu ſchmeicheln;

A. Lewald, Novellen. III. 3