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Es naheten ſich ihr Bewerber, die alle Kuͤnſte der Verfuͤhrung aufboten, aber die Worte ihres alten Vaters:„nie will ich Dich wiederſehen, wenn Dich nicht die Tugend unter dies Dach zu⸗ ruͤckgeleitet,“ hallten wieder in ihrer Bruſt, und ſie ſehnte ſich oft zuruͤck in das ſtille Thal, wo das Schulhaͤuschen im Erlengrunde ſo ſreundlich ſein rothes Dach herausſtreckte.
Mit feſtem Willen und gutem Rathe tand ihr die Werdenberg zur Seite, ihr konnte ſie es vertrauen, wenn hin und wieder ein zaͤrtliches Gefuͤhl in ihrem Herzen keimte, und die aͤltere Freundin half willig ihrer jugendlichen Unerfahren⸗ heit. So dauerte dies Verhaͤltniß noch ununter⸗ brochen fort.
Mit Raſioli verhielt es ſich anders. Die erſte Kunſtbildung hatte ſie ihm zu danken, wofuͤr ihm reiche Belohnung zu Theil geworden war, dann blieb er bei ihr, um ſie bei ihren Studien auf dem Piano zu begleiten. Bald aber ruͤckte er mit frechen Bewerbungen heraus, die er mit wach⸗ ſender Zudringlichkeit wiederholte. Doriflea entfernte ihn, nicht ohne Beſorgniß vor dem rachſuͤͦchtigen Italiener.
Doch im Gegentheile war er nach einiger Zuruͤckgezogenheit emſiger als je bemuͤht, ſich dienſt⸗ bar und gefaͤllig zu zeigen.


