Teil eines Werkes 
3. Theil (1833)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

Graf Hoditz, der jedes Talent, wo er es ent deckte, auf's Eifrigſte ans Licht zu ziehen bemuͤht war, beſuchte in eigener Perſon den Schulmeiſter und verkuͤndete ihm, daß das Maͤdchen bei Mr. le Beau im Tanzen und bei dem Maeſtro Nafioli im Singen unterrichtet werden ſollte, um dann in die Hochgraͤfliche Capelle zu treten.

Hellern blieb der Mund vor Erſtaunen offen ſtehen, als er dieſe Worte des Grafen vernahm. Nie hatte er, ſo ſehr er auch die Kuͤnſte liebte, und namentlich Muſik und Poeeſie ſelbſt exercirte, auf ſolche Auszeichnung Anſpruͤche gemacht. Aber ablehnen konnte er die hohe Gnade nicht. Er nahm ſie ſtumm an und hoffte von des Maͤdchens Ungeſchicktheit das Beſte zur Vereitelung der Plane des Grafen.

Nicht lange ſollte er hieruͤber in Zweifel bleiben.

Doris machte ihm nicht dieſe Freude. Die beiden Meiſter, denen ihre kuͤnſtleriſche Bildung uͤbertragen war, wurden des uͤbertriebenſten Lobes nicht muͤde und der Graf fuͤhlte ſich begluͤckt, auf einem Boden eine ſolche Wunderpſlanze entkeimen zu ſehen. Sie mußte das Schulhaus verlaſſen und erhielt ihre Wohnung auf dem Schloſſe ſelbſt, um im Umgange mit den Kuͤnſtlern und vorneh⸗