11
Der Graf erwartete einen Gaſt. Friedrich war's, der bei ihm einkehren wollte, und Alles wurde aufgeboten, zu den reichen vorhandenen Kraͤften geſellten ſich neue, weither verſchriebene und es ſollte ein Kranz von Feſtlichkeiten werden, wuͤrdig des ruhmgekroͤnten Helden, zu deſſen Ehren ſie gefeiert wurden.
Die Bluͤthe der Schoͤnheit und der Kuͤnſte, die vornehmſten Geſchlechter und die gefeiertſten Namen waren bereits in Roswalde's Mauern, und Alle barg das ungeheure Schloß in ſeinen glanz⸗ erfuͤllten Gemaͤchern, und nicht minder glaͤnzende ſtanden noch leer da, zum Empfange der Gaͤſte, die noch immer herbeiſtroͤmten, und die herrlichſten waren bereitet, um den vornehmſten Gaſt zu em⸗ pfangen.
Die ganze Geſellſchaft hatte ſich verſammelt, um den Bau des majeſtaͤtiſchen Triumphbogens in Augenſchein zu nehmen, der— bei der Fuͤlle von Arbeiten aller Art— ſelbſt in der mondhellen Nacht noch fortgeſetzt wurde. Um die Arbeiter zu befeuern, fehlte es an guten Speiſen und Getraͤnken nicht, und von einem waldigen Huͤgel ſtroͤmte eine volltoͤnende Muſik herab. So hatte es den An⸗ ſchein, als wenn bei dieſen Klaͤngen der Bau wuͤchſe und die Sage vom Amphion verwirklichte ſich. Der Platz war ſo ſchoͤn, die milde Luft,


