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„Ja wohl, Madame.“
„Wie kommt dieß, mein Herr? Sind ſie des Solda⸗ tenlebens ſo müde, daß Sie es ſo früh ſchon verlaſſen wollen?“
„Dieß war nicht der Grund, Madame.“
„Sie liebten den Kaiſer, mein Herr,“ ſagte ſie haſtig und mit einem Tone faſt leidenſchaftlicher Erregung,„wie ich meine theure, gütige Herrin liebte; und Sie fühlten Treue für eine zu heilige Sache, um ſie jeden Augenblick zu wechſeln.— Iſt dieß die richtige Erklärung?“
„Mit Stolz bekenne ich, daß Sie meine Beweggründe errathen haben— dieß wars, was mich beſtimmte.“
„Warum haben nicht Mehrere ſo gehandelt,“ rief ſie heftig;„warum werden die großen Namen, die er glor⸗ reich machte, nicht größer durch Treue, als ſie je durch Heldenmuth geweſen waren? Es gab Einen, mein Herr, der, hätte er das Leben behalten, der Welt dieß Beiſpiel gegeben haben würde.“
„Gewiß, Madame, allein war ſein Loos nicht ein glücklicheres, als wenn er hätte leben müſſen, um dieß zu ſehen.“
folgte; endlich ſagte ſie:
„Ich hatte de Beauvais einige wenige Reliquien mei⸗ nes theuern Bruders übergeben, in der Hoffnung, Sie wür⸗ den ſie um ſeinetwillen annehmen. General d'Auvergne's Schwert— das nämliche, welches er bei Jena trug— ſollte nach ſeinem Wunſche Ihnen eingehändigt werden, als Sie aus dem Dienſte traten. Dieſe Gegenſtände und dieſer Ring,“ fügte ſie bei, indem ſie einen reichen Brillant vom Finger zu ziehen ſuchte, ſind die wenigen Andenken, die um Ihret⸗ und meinctwillen zu behalten ich Sie bitten möchte. Sie wollen nach England zurück, mein Herr?“
„Ja, Madame; das heißt, es war früher meine Ab⸗ ſicht, jetzt weiß ich nicht, wohin ich gehen werde. Einen Mann wie mich knüpfen wenige Bande an die Heimath.“ Tom Burke. V. 3 18
Eine lange Pauſe, die Niemand von uns unterbrach,


