Teil eines Werkes 
5., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 13.-15. Bändchen (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Dann ſind wir Freunde, ſagte er fröhlich; und im Namen der Freundſchaft bitte ich Sie, dieſes Band an Ihren Hut zu heften. Bei dieſen Worten löſte er die weiße Kokarde, welche er trug, pon dem ſeinigen ab und hielt ſie mir hin.Nun gut, aber wenigſtens thun Sie die dreifarbige weg. Sie kann Ihnen bloß Beleidigungen zuziehen. Bedenken Sie, Burke, Ihre Zeit iſt vor⸗ über.

Ich werde dies nicht leicht vergeſſen, erwiederte ich traurig.

Herr Oberſt, Se. königliche Hoheit wünſchen mit Ihnen zu ſprechen, ſagte ein Adjutant, der zu de Beau⸗ vais heran geritten kam.

Nehmen Sie ſtatt meiner dieſen Herrn unter Ihre Obhut, bat ihn de Beauvais auf mich deutend, dann drehte er ſein Pferd und galoppirte ſpornſtreichs zurück.

Ich will Ihnen meinetwegen alle Mühe erſparen, mein Herr, ſagte ich.Mein Weg geht dort hin und jetzt ſehe ich nichts, was mich hindern koͤnnte, ihn zu ver⸗ folgen.

Geſtatten Sie mir wenigſtens Ihnen eine Escorte

mitzugeben.

Ich dankte ihm und lehnte das Anerbieten ab, trat aus dem Zuge, miſchte mich unter die Menge und gelangte wenige Minuten nachher in meinen Gaſthof, ohne weiter beläſtigt zu werden.

Die Stunde war gekommen, ich erkannte es deutlich, in der ich Frankreich verlaſſen mußte. Nicht nur war jedes Band, das mich an dieſes Land knüpfte, abgeriſſen, ſondern Bleiben hieß auch nur, mich einzeln dem Strome der öffentlichen Meinung entgegenſtemmen, der nun alle Marken und Spuren des Kaiſerreiches wegzuſchwemmen drohte. Bis jetzt hatte ich es meinem Herzen nie geſtan⸗ den, welche heimliche Hoffnung mich veranlaßte, meinen Aufenthalt einen Tag nach dem andern zu verlängern welchen Werth ich auf die Erwartung ſetzte, einmal noch,