Achtzehntes Kapitel. Schluß.
Frankreich erſchien in den Augen Europa's nie in un⸗ vortheilhafterem Lichte, als zu der Zeit, wovon ich ſpreche. Kaum war der prächtige Stern Napoleons untergegangen, als ſich der volle Strom der Volksgunſt ganz denjenigen zuwendete, die noch vor wenigen Tagen für die groͤßten Feinde gegolten hatten. Die Ruſſen und die Preußen, welche geſchmäht und verſpottet worden waren, überhäufte man nun mit Schmeicheleien und Lobhudeleien. Keine Kriechrei war knechtiſch genug, um damit zu den Füßen der Sieger zu wedeln— man glaubte dieſe nicht anders ehren zu koͤnnen, als durch Preisgebung der eigenen Na⸗ tionalehre..
Man wetteiferte nicht mehr, ſich an Ruhm zu über⸗ bieten, ſondern es handelte ſich darum, wer zuerſt ihm, deſſen Geſchöpfe ſie alle waren, abtrünnig würde. Die Marſchälle, die er ernannte, die Generale, denen er Eh⸗ renzeichen verliehen, die Miniſter und Fürſten, die er mit Reichthum und Ländereien überhäuft, verließen ihn jetzt in der Stunde des Mißgeſchickes, um ſich um die Gunſt eines Mannes zu bewerben, gegen den jede Handlung ih⸗ res früheren Lebens gerichtet war.
Dieſe Leute, deren Titel ſelbſt an die glorreichen Schlachtfelder erinnerte, auf die er ſie geführt, eilten nun in die Tuilerien, um einem Monarchen, den ſie weder liebten noch achteten, ihre Huldigung darzubringen. Trau⸗ riges und demüthigendes Schauſpiel! Der lange genährte Haß der Royaliſten kam in dieſer Stunde triumphirenden Erfolgs natürlicher Weiſe zum Ausbruch. Chateaubriand,
onſtant und Frau von Staöl gaben die Loſung zu jenen


