Teil eines Werkes 
5., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 13.-15. Bändchen (1845)
Entstehung
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Ergießungen der Preſſe, die Napoleon als den abſcheu⸗ lichſten Tyrannen der Welt verſchrieen und ſogar ſeine Größe und ſein Genie läſterten, als ob Bosheit Vergeſſen hervorbringen könnte.

Ganz Paris war in Gährung es war jedoch nicht das unruhige Wogen eines Volkes, deſſen Hauptſtadt einen ſiegreichen Feind beherbergt, ſondern die ſtürmiſche Luſt einer freudeberauſchten Nation. Ueberall traf man auf Feſtlichkeiten und Bälle, fröhliche Züge und öffentliche Freudenbezeugungen; aller Scharfſinn wurde aufgeboten, um Schmeicheleien für die nämlichen Nationen zu erfinden, welche blos eine Woche vorher ſpöttiſch Barbaren und Scythen geſchmäht worden waren.

Voll Ekel und Verdruß über den Unbeſtand der Menſchen wußte ich nicht wohin mich wenden. Meine Wunde hatte mir ein ſchleichendes Fieber zugezogen, das von außerordentlicher Schwäche begleitet war, die wahr⸗ ſcheinlich durch die peinigenden Gedanken vermehrt wurde,

welche jeder Gegenſtand in mir erweckte. Ich konnte

nicht ausgehen, ohne irgend einem Zeichen jenes über⸗ ſchwellenden Triumphes zu begegnen, durch den Verrath ſeine eigene Niederträchtigkeit zu verbergen hofft; über⸗

dies zog man ſich jetzt, wenn man im Rufe eines Na⸗

poleoniſten ſtand, von denjenigen Beleidigungen zu, welche nie eine Meinung zu äußern wagten, bis das Glück ſich zu ihren Gunſten gewendet. Die weiße Kokarde war an die Stelle der dreifarbigen getreten, jedes Sinnbild des Kaiſerreichs wurde beſeitigt und die Uniform, welche einſt Anſpruch auf Auszeichnung gewährte, ward nun die Lo⸗ ſung zu Beſchimpfungen.

Ich kehrte eines Abends von einer einſamen Wande⸗ rung in der Umgegend von Paris zurück denn in Folge irgend einer ſeltſamen Schickung konnte ich mich von den Scenen nicht losreißen, an welche die ereignißreichſten Abſchnitte meines Lebens geknüpft waren und erreichte endlich den Boulevard Mont⸗Martre gerade, als die vor⸗