für den guten Ruf Napoleons, waren Duroc und Rapp ihm ſehr gewogen, und ihren eifrigen Verwendungen ge⸗ lang es, ſein Leben zu retten; doch der Eindruck, den dieſer Umſtand auf die Gemüther der Einwohner machte, war tief und dauernd; ein Tag mußte kommen, an dem ſie ſich aller dieſer Beſchimpfungen erinnern und ſich rächen würden. Wenn ich dieſes Ereigniß hier anführe, ſo ge⸗ ſchieht es, weil ich nur zu viel Urſache habe, deſſelben zu gedenken, indem es auf mein künftiges Schickſal einwirkte. Als ich eines Abends mit mehreren Offizieren in Heinem Kaffeehanſe ſaß, wurden auch des Fürſten von Hatz⸗ feld Vergehen erwähnt; mit dem unvorſichtigen Freimuth einer Beſprechung unter Kameraden, drückte ich meine Freude aus über die Gnade des Kaiſers, und meinte dieſer könne unmöglich Antheil am Vertrauensbruche haben, welcher zur Anklage des Fürſten geführt, noch deſſen Ver⸗ folgung auf irgend eine Weiſe billigen. Meine Kameraden, welche wenig Mitleiden für die Preußen hatten, und für die Ariſtokratie insbeſondere nicht, waren verſchiedener Mei⸗ nung, und ſcheuten ſich nicht zu bedauern, daß der Urtheils⸗ ſpruch des Kriegsgerichtes nicht vollzogen worden ſei. Die Erörterung ward heftig, um ſo mehr, da ich allein meine Meinung vertheidigte und von mehren angegriffen wurde, die mich überſchrieen. Auch wurden einige unbedeutende Sticheleien gegen Ausländer und Fremde hingeworfen, die, wie behauptet wird, die Ueberlegenheit Frankreichs und der Franzoſen im Herzen nie vergeben können.
Meine Entgegnung hierauf war hitzig, denn wenn ich auch einen Vorwurf, den meine Auffuͤhrung im Dienſte ſchlagend zurückwies, nicht auf mich perſönlich bezog, ſo fühlte ich mich doch verletzt und beleidigt. Ach! in meinem
Herzen wußte ich zu gut, welche Opfer es mich gekoſtet, mein Geburtsland zu vertauſchen— wie ich alle Hoff⸗ nungen, die den Menſchen an ſein Vaterland binden, für eine Laufbahn ſelbſtſüchtigen Ehrgeizes hingegeben. Ich hatte ſchon lange erkannt, daß ich nicht für die Sache der Frei⸗


