Teil eines Werkes 
5., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 13.-15. Bändchen (1845)
Entstehung
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zu eroͤffnen und Abſchriften davon zu nehnten dieſe letztern wurden oft mit ſolcher Geſchicklichkeit verfertiget, daß ſie weiter befoͤrdert werden konnten, während man die Originale als Beweiſe gegen die Betreffenden aufbewahrte, falls man es ſpäter einmal für nothwendig erachtete, ſie anzuklagen. Und hier will ich erwähnen, daß die Kunſt, Metalle durch galvaniſchen Prozeß in Formen zu bringen bekannt und zum Nachahmen und Verfertigen verſchiedener Siegel benutzt wurde, viele Jahre bevor dieſe Entdeckung in Europa allgemein verbreitet war.

Der Eingriff in Privatrechte, den dieſer Treubruch enthielt, gab im ganzen Königreich das größte Aergerniß; aber die Strenge, mit welcher jede verdächtige Meinung verfolgt und beſtraft wurde, wandelte die Gefühle der Ent⸗ rüſtung und des Zornes in Furcht und Zittern um dieß war überall ein weſentlicher Theil der Politik Napoleons: die Strafe für jedes Vergehen war ſo bemeſſen, daß ſie der Empfindung für das Lächerliche keinen Raum ließ, und die Leute waren nicht geneigt, zu ſcherzen, wo ihr Frohfinn in Trauer enden konnte. 3

Der merkwürdigſte Fall, welcher mehr Eindruck als jeder andere in dieſer Zeit auf die öffentliche Meinung ausübte, war der des Fürſten von Hatzfeld, deſſen Brief an den Koͤnig von Preußen auf dem Poſtamte erbrochen und zum Gegenſtande einerKapitalanklage gemacht wurde. Sein Inhalt war, wie man nach dem Abſendungsweg leicht ver⸗ muthen konnte, nicht von der Art, daß ſich darauf irgend eine verrätheriſche Geſinnung von ſeiner Seite ermitteln ließ. Das Ganze enthielt eine ehrerbietige Huldigung gegen ſeinen entthronten Monarchen. Einzelnheiten über die ſchmerzlichen Empfindungen, welche die Hauptſtadt erfüllten, und einige Auseinanderſetzungen über die von den Fran⸗ zoſen beſetzten Orte; dafüͤr kam er vor Gericht und wurde zum Tode verurtheilt ein Spruch, der nach des Kaiſers Befehl noch am nämlichen Tage vor Sonnenuntergang vollzogen werden ſollte. Zum Glück für den Fürſten, wie