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Dieſer ſchlau angelegte Plan raubte dem preußiſchen Heere achtzehntauſend Mann, gerade in dem Augenblicke, wo Niederlage und Unglück ihren entmuthigenden Einfluß
durch die ganze Armee verbreitet hatten: mehrere der beſten Generale waren todt, noch mehr gefährlich verwun⸗ det— unter den erſtern Prinz Louis, Rüchel, Schmettau, unter den letztern der Herzog von Braunſchweig und Prinz Heinrich— der Herzog lebte unter den groͤßten Schmerzen nur noch einige Tage; Marſchall Möllendorf, dem faſt achtzigjährigen Veteran, durchbohrte ein Lanzenſtich die Bruſt. Es war Unheil genug da, um Muthloſigkeit und Verzweiflung zu erzeugen, denn unglücklicher Weiſe war das Volk ſelbſt ſeinen Gefühlen und ſeiner Organiſation nach nur ein Heer und mit der Niederlage erſtarb jede Hoffnung und jeder Arm ward gelähmt. Die Vaterlands⸗ liebe des Volkes hatte ſich unter eine Fahne geſtellt; ſobald dieſe vor einem Eroberer geſenkt wurde, blieb nichts mehr übrig. Das iſt das Schickſal einer Militär⸗Monarchie; nur Sieg gewährt ihr Lebenskraft— die Stunde des Un⸗ ſterns gibt ihr den Todesſtoß.
Das Syſtem des Kapitulirens ganzer Corps, welches die Preußen unbedenklich verſpotteten, als es in Oeſterreich ſtattfand, griff hier noch ſchneller um ſich. Es verging faſt kein Tag, an welchem nicht irgend ein Regiment die Waffen niederlegte und ſich auf Parole ergab. Paniſcher Schrecken herrſchte durch's ganze Land. Unbezweifelt ſtarke und feſte Plätze wurden als unzuverläſſig und unhaltbar übergeben. Weder Raſt noch Ruhe goͤnnte man den Be⸗ ſiegten; durch die weiten Ebenen flatterten die bunten Fähnlein der Alles verfolgenden Lanciers; Infanterie⸗ kolonnen durchzogen in allen Richtungen das Koͤnigreich und die Adler glänzten in jeder Stadt und jedem Dorfe des eroberten Preußen. Nie zeigte ſich Napoleons Geiſt unbarmherziger, als in dieſem Feldzuge; während jede ſei⸗ ner Handlungen den Entſchluß darthat, die Nation nieder⸗ zubeugen und zu vernichten, ſtrotzte der Moniteur in Paris


