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und ein leiſes Gemurmel des Unwillens ſtrich durch das Orcheſter. Ich ſprang empor, und in der Aufregung des Augenblicks Zeit und Ort gänzlich vergeſſend, wirbelte ich den pas de Charge. Kaum ſchallte die erſte Roulade dieſer wohlbekannten Töne durch das Haus, als der ein⸗ ſtimmige Ruf:„Es lebe der Kaiſer!“ die Wände erzittern machte. Es war keine Bewillkommung— ſondern der aus dem Herzen kommende Ausbruch des Gefühls von tauſenden begeiſterter Anhänger. Marſchälle, Generale, Oberſten, Geſandte, Miniſter, alle ſtimmten ein und die zahlloſe Verſammlung wogte hin und her wie das Meer im Sturm, während Napoleon ſelbſt langſam aufſtand, dankend ſein ſtolzes Haupt neigte und ſich dann unter don⸗ nerndem Zurufe wieder ſetzte. Es dauerte wohl zwanzig Minuten, bis man mit dem Stücke fortfahren konnte und ſelbſt dann unterbrachen es noch zuweilen Ausbrüche des Enthuſiasmus, die nicht aufhörten, bis der Vorhang fiel. Gerade in dem Augenblick erſchien ein Adjutant neben dem Orcheſter und befahl mir, in die Loge des Kaiſers zu kommen.
„Sacristi, wie zitterte ich! ich wußte nicht, was daraus werden ſollte.
„Ah Spitzbube!“ ſagte er, als ich aus Furcht vor der Logenthüre beinahe zuſammenſank—„Das war einer von Deinen Streichen, nicht wahr?“
„Za, Sire,“ murmelte ich halblaut.
„Und wie konnteſt Du es wagen, eine Oper ſo zu verderben?“ fuhr er mit finſterem Blicke fort.„Antworte mir, Burſche.“
„Ew. Majeſtät waren ſelbſt daran Schuld,“ erwie⸗ derte ich, ohne mich weiter wegen der Folgen zu ängſti⸗ gen.„Sie ſchienen ſich nicht viel um all ihr Gekratze und Geblaſe zu kümmern und ſo dachte ich, die alte Rou⸗ lade möchte Sie ein wenig aufregen. Sie pflegten einſt an ihr Gefallen zu finden und thun dieß vielleicht noch, wenn die Zeiten nicht anders geworden ſind.“


