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war der Begriff, den der Komponiſt von einer Schlacht hatte— ſchießen in der Ferne— Gott ſegne ſeine Ein⸗ falt! ich wünſchte, er hätte etwas davon geſehen!
„Dieß ſollte im zweiten Akt vorkommen und bis da⸗ hin hatte ich nichts zu thun. Was ſage ich, nichts? ich
hatte auf den kleinen Korporal zu ſchauen, der da in
der Loge ober mir ſaß, mit ſo ernſter und gedankenvoller Miene wie immer und ſich nicht viel um das zümmerte, was die Kaiſerin ſagte, obwohl ſie während der ganzen Zeit ihm ins Ohr hinein ſchwätzte und ſeine Aufmerkſam⸗ keit zu feſſeln ſuchte. Parbleu! er dachte nicht an all den Unſinn um ihn herum— ſein Geiſt verweilte bei wirk⸗ lichen Schlachten— er hatte wirkliches Pulver gerochen — ja das hatte er!— er ſah fetter und bleicher aus als ſonſt, und wie mir vorkam, auch finſterer, als da ich ihn zuletzt erblickt hatte: das war aber bei Marengo, und auf
dem Schlachtfelde hatte er immer eine vergnügte Miene.
Ich konnte mein Auge nicht von ihm abwenden— ſein feines, gedankenreiches Geſicht, ſo voll Entſchloſſenheit und Energie, erinnerte mich an mein altes Leben im Felde. Ich dachte an Arcola und Rivoli, an Cairo und die Pyrami⸗ den und den großen Reiterangriff bei Marengo, als Deſ⸗ ſair's Diviſion herbei kam, und mein Herz zerſprang faſt, wenn mir in den Sinn kam, daß ich die Epaulette nicht mehr trug. Ich vergaß ganz, wo ich war— und erwar⸗ tete jeden Augenblick, ihn nach einem ſeiner Marſchälle rufen zu hören oder mit der Hand nach einem fernen Punkte des Schlachtfeldes zeigen zu ſehen; und ſo vertieft war ich in meine Träumereien, daß ich für nichts, was mich um⸗ gab, Augen oder Ohren hatte; da hörte plötzlich aller Lärm im Orcheſter auf— kein Ton war mehr zu hören — eine Hand ſchüttelte mich heftig am Arm und eine Stimme flüſterte:„Jetzt, jetzt.“ Mechaniſch ergriff ich die Trommelſchlägel, aber meine Augen hefteten ſich noch immer auf den Kaiſer— mein ganzes Weſen verſenkte ſich in ihn. Die Stimme rief mir wieder zu, anzufangen


