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Dragonerregiments und ein anderes Pferd aus ſeinem eige⸗ nen Stall.“
„Und das glauben Sie, ſei Beſcheidenheit!“ ſagte Francois, deſſen Entrüſtung über meine Thorheit keine Grenzen kannte.„Beim heiligen Joſeph! wenn ich ſo be⸗ ſcheiden geweſen wäre, würde ich heute nicht Fechtmeiſter eines Voltigeurbataillons ſein, obgleich ich, ohne mich zu rühmen, ſagen kann, daß ich mich mit keinem in der gan⸗ zen Armee den Degen zu kreuzen fürchte. Nein, neinz auf dieſe Weiſe benahm ich mich nicht.“
„Wie kam es alſo, Meiſter Francois,“ fragte ein junger Offizier, der neugierig war, den Umſtand kennen zu lernen, auf den er anzuſpielen ſchien.
„Wenn es die ehrenwerthe Geſellſchaft zu hoͤren wünſcht,“ ſagte Francois, indem er ſeine Kappe abnahm und ſich ringsum höflich verbeugte, wird es mir Vergnü⸗ gen machen, einen kleinen Vorfall aus meinem Leben zu erzählen.“
Das Anerbieten wurde mit lautem Beifall aufgenom⸗ men; Francois nahm einen„Tropfen“ aus meiner Feld⸗ flaſche, die ihm dargereicht wurde und begann folgender⸗ maßen:
Ich diente von unten herauf. War zuerſt Trommel⸗ junge bei Jemape, und als ich alt genug war., um die Trommelſchlägel mit dem Schwert zu vertauſchen, wurde ich den Jägern zu Pferd beigeſellt und ging mit nach Aegypten. Ich könnte Euch ſonderbare Geſchichten von unſerem dortigen Treiben erzählen— ich will nicht ſagen, gegen die Türken, ſondern unter uns ſelber— wir hatten faſt alle Tagen kleinere Affairen mit dem Degen, und ich zeigte ihnen bald, wer ihr Meiſter ſei— Doch das gehört nicht zur Sache.
„Eines Morgens mit Tagesanbruch erhielt das Piket, bei dem ich war, Befehl aufzuſitzen und den General längs den Ufern des Nils nach Chebrheis zu begleiten, wo ſich, wie wir hörten, ein Mamelukenheer verſammelte, deſſen


