kleines Gemach zurück und machte mich wieder an mein Nachteſſen, mit der Selbſtzufriedenheit eines Mannes, der ſich bewußt iſt, den Kreis ſeiner Pflichten erfüllt zu ha⸗ ben und ſich nun der Ruhe erfreuen zu können.
Da ich wußte, daß das hollitſcher Schloß, wo der Kaiſer Franz ſein Hauptquartier hatte, etwa ſechs Stunden entfernt war, ſo vermuthete ich, General Savary werde von ſeiner Sendung kaum vor dem frühen Morgen zurück kommen; ich war alſo im Fall, meine Vorkehrungen zu treffen, um die Nacht da zuzubringen, wo ich mich befand. Nachdem ich nun nach meinem Pferde geſehen hatte, zu deſſen Lager ich mich einiger⸗Dutzend Kornſäcke vom Schütt⸗ boden bediente, verſorgte ich mich ſelbſt mit einem Vorrath von Holz, verriegelte dann die Thüre, verrammelte die Fenſter, ſo gut es gehen wollte, zündete meine Meerſchaum⸗ pfeife an und legte mich in möglichſt vergnügter Stim⸗ mung vor das Feuer. Ich bildete mir wirklich ein, die Glücksgöttin ſei müde, mich zu quälen und wolle mich von nun an freundlicher behandeln. Die Notiz, welche der Kaiſer von mir nahm, hatte mein Herz von einer Bürde befreit, von der es ſtets beängſtigt worden war,
. und ich konnte mich des Gedankens nicht enthalten, daß ſich mir günſtigere Ausſichten eröffnen. Es iſt wahr, Zeit und Mißgeſchick hatten das Feuer der Begeiſterung ge⸗ dämpft, mit der ich in das Leben eingetreten— die heiße Sehnſucht nach Freiheit— das hochfliegende Verlangen nach perſönlicher Auszeichnung war in ruhigere Hoffnung und minder ehrgeizige Beſtrebungen übergegangen. Jung, wie ich war, erfuhr ich in mir ſelbſt jenen Wechſel der Gedanken und Empfindungen, der ſich bei andern Men⸗ ſchen erſt in vorgerückterem Alter einzuſtellen pflegt, und war auf dem Punkte, mich allmählig mit jenem Pflicht⸗ gefühl auszuſoͤhnen, das ſeinen Mann, in welcher Stel⸗ lung er auch zum Handeln berufen werden mag, lehrt,
ſeine Aufgabe zu erfüllen, ohne ſich jenem maßloſen Drang
nach Auszeichnung hinzugeben, deſſen Befriedigung ſo oft


